Heute war der Tag, an dem Google seine Online-Krankenakte namens
Google Health offiziell vorgestellt hat. Der GoogleWatchBlog hat darüber bereits
gestern berichtet und eine kontroverse Diskussion losgetreten.
Von den
ersten Gerüchten bis zum heutigen Tag sind mehr als zwei Jahre vergangen. Das spricht dafür das Google bei diesem Service sehr akkribisch arbeitet. Dementsprechend wird Google Health bei seinem ersten Kontakt mit den Anwendern - wenn auch als Beta deklariert - weit entfernt vom Beta-Status anderer Anwendungen aus dem Hause Google sein. Zu groß ist das Risiko für Google das Vertrauen der Anwender zu verlieren, die den markigen Versprechen von maximaler Sicherheit und Vertraulichkeit ihrer persönlichsten Daten glauben.
Die Medien nehmen das
Thema jedenfalls dankbar auf und fragen natürlich zu Recht nach der Umsetzung der Datenschutzrichtlinien. Vermutlich nicht zuletzt aus diesem Grund hat Google den Service erst einmal
nur für US-Amerikaner freigegeben.
Dabei ist das Thema digitale Krankenakte gar nicht so neu. Es gibt bereits einige Anbieter auf dem Markt, die mit dieser Dienstleistung gutes Geld verdienen. Allen voran sei an dieser Stelle die für ihre Verdienste in der Notfallrettung bekannte Björn Steiger Stiftung genannt, die
vor wenigen Wochen in Kooperation mit der Firma LiveSensor die
kostenlose Notfallakte präsentiert hat. Auch wenn die Notfallakte gegenüber Google Health augenscheinlich deutlich weniger Möglichkeiten bietet, ist sie für mich aufgrund der Verknüpfung mit der
kostenlosen Standortortung im Notfall die besserer Alternative. Denn die in der Notfallakte hinterlegten Daten werden im Ernstfall an die Einsatzkräfte weitergegeben und können so womöglich Leben retten. Durch ein entsprechendes
LifeSensor-Upgrade kann man übrigens in den Genuss von Funktionen kommen, die selbst Google Health nicht bietet. So viel dann auch zum Thema Geld verdienen mit digitalen Patientenakten. Die Kosten für solche virtuellen Krankenakten müssen übrigens (teilweise) von den Krankenkassen
übernommen werden. Nachfragen lohnt sich!
Jetzt kommt es also auf Google an aus einer simplen digitalen Krankenakte mit integriertem Tablettenreminder ein wirklich unersetzliches Produkt zu machen. Ein Vorteil könnte sein, das Google diese Dienstleistung im Gegensatz zu seinen Konkurrenten kostenlos anbietet. Dieser Umstand wird vermutlich trotz einer gewissen Funktions- und Benutzerarmut zu einem schnellen Wachstum führen und zumindest den Punkt Benutzerarmut erledigen. Und ich bin mir sicher das Google die noch fehlenden Funktionen früher oder später mit samt einem gut verdrahteten Ärzte-Patienten-Netzwerk durch Zukauf eines Konkurrenten übernehmen wird. Dann hätte es Google mal wieder geschafft in einem rasant wachsenden Zukunftsmarkt allein durch seinen Namen als quasi Monopolist wahrgenommen zu werden.
Ich selbst bleibe aber erst einmal bei meiner kostenlosen Notfallakte. Wenn meine (neue) Krankenkasse die kompletten Kosten für eine digitale Krankenakte übernimmt, werde ich wohl im Laufe des Jahres auf die kostenpflichtige Version umsteigen und von den Vorteilen profitieren.